Exkursion zu Buschulte-Fenstern in Dortmunder Kirchen

Unsere diesjährige Exkursion am 17.10.2026 führte zum zweiten Mal zu Dortmunder Kirchen, diesmal mit dem Schwerpunkt der Umnutzung von Kirchen mit Fenstern von Wilhelm Buschulte. Herr Günter Leitner, ein Stadt- und Kirchenführer aus Köln, bot den 10 interessierten Teilnehmer/innen eine kunstgeschichtlich fundierte, spannende Führung. Er hatte sich detailliert in die dargestellten biblischen Themen, aber auch die besondere Arbeitsweise und Maltechnik von Wilhelm Buschulte eingearbeitet.

Wir begannen mit der katholischen Kirche St. Franziskus in Dortmund Scharnhorst, die als einzige der 4 besuchten Kirchen nicht von der Umnutzung bedroht ist, mit Fenstern zum Thema „Sonnengesang“ des Franz von Assisi. Mit Herrn Leitner begaben wir uns auf eine spannende Entdeckungsreise, bei der uns der Bezug des Textes zum Leben des Franz von Assisi zu den andeutenden und abstrahierenden Darstellungen in den Fenstern nahegebracht wurde.

In der katholischen Kirche St. Maria Heimsuchung in Dortmund Bodelschwingh befassten sich die Fenster mit der Schöpfungsthematik, die in beeindruckend bewegter Form präsentiert wurde.

Dann ging es zur Kirche St. Gertrudis in Dortmund-Innenstadt, die seit 3 Jahren sehr engagiert als Kunstkirche für Ausstellungen, aber auch für die Gemeindearbeit und Messen genutzt wird. Die meist großen, rechteckigen Fenstern thematisieren in leuchtenden Farben die Kreuzigung und die Auferstehung, aber auch Maria, die Schöpfung und die Himmelsleiter. Pfarrer Schocke brachte uns auf eindrucksvolle Weise das soziale Engagement der Pfarrei im problembehafteten Dortmunder Norden näher.

Engel auf der Himmelslieter, 1973, Fenster auf der Orgelempore, Antik-,Opalglas/Blei

Freie Komposition mit Mariensymbol, 1973, Fenster im Seitenschiff, Antik-,Opalglas/Blei

Nach einer Mittagspause besuchten wir abschließend die 1963 unter der Leitung des Unnaer Architekten Otto Weicken erbaute katholische Kirche Heilige Familie in Dortmund Brünninghausen, in der Wilhelm Buschulte 1988 die Fenster gestaltete. Neben den zurückhaltenden abstrakten Fenstern bieten sich besonders die kleinformatigen Fenster auf Augenhöhe an, sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Sie sind nur durch wenige in die Darstellung einbezogene Bleie geteilt, verwenden ansonsten aber schon die Bemalung mit Emailfarben, die eine aquarellartige Leichtigkeit bewirken. Die feine Schwarzlotzeichnung zeigt Figuren und Gesichter unglaublich ausdrucksstark. Neben dem freudenreichen und dem schmerzensreichen Rosenkranz sind auch alttestamentarische Themen dargestellt.

Da die von der Schließung bedrohten Kirchen unter Denkmalschutz gestellt wurden, werden sie wohl noch in der bestehenden Form erhalten bleiben, auch wenn sie vielleicht einer anderen sinnvollen Verwendung zugeführt werden.